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Narrenzeitungen 1961 - 1965

 


 

 1961

Was schwätze d´Hase z´Hüsere

 

Meldung

 Infolge übereifrigen Diensteifers, geriet zur später Nachtstunde, ein Gemeindebediensteter unter das zur Sicherheit der Bürger anvertraute Fahrzeug. Zum Glück kam der so Verunglückte ohne Schaden davon. Dies wäre nicht bekannt geworden, wenn der Betreffende stillschweigend von Dannen gezogen wäre. Statt dessen hat dieser ein Wortschall von sich gegeben, den wiederzugeben sich hier die Feder sträubt. Dies veranlaste wiederum einige Spätheimkehrer nach der Ursache des Geschreies zu schauen. Das war nun das eigentliche Unglück, denn nur so konnte die Polizei in St. Blasien das Geschreie nicht hören. Der Führerscheinentzug wäre sicher gewesen.

MIS

 

An alle Landwirte und solche die es werden wollen.

 Wie die NAZ berichtete, besteht die Absicht unsere Gemeinde zur Großstadt des Fremdenverkehrs aus- und aufzubauen. Wir von der Landwirtschaft wollen dies nach bestem Können unterstützen. Dies ist ohne weiteres möglich, indem wir uns dem Fortschritt der Technik zunutze machen wollen. Es ist der Plan entworfen worden, unsere Landwirtschaft mit Fernlenkgeräten auszurichten. Damit würde für die gesamte Landwirtschaft wesentliche Vorteile entstehen. Zunächst könnten alle vorhandenen Traktoren verschrottet werden und damit eine Lärmbelästigung beseitigt. Jede Landwirtschaft erhält ein Fernlenkgerät. Dadurch wäre die Bestellung der Felder von der Stube aus möglich. Bei Wind und Wetter wäre es so gegeben die notwendige Feldbestellung durchzuführen. An markanten Punkten ist die Aufstellung von Fernsehgeräten vorgesehen, damit jeder zuhause die Fahrt seines ferngelenkten Wagens beobachten kann. Ein weiterer Vorteil ist auch darin zu erblicken, dass das Umwerfen von Heu- oder Fruchtwagen vermieden würde. Auch das zuschandefahren von geladene Mistwagen wäre nicht mehr möglich.

Um die Interessenten mit neuer Anlage vertraut zu machen, findet am 30. Februar im Bürgersaal eine Zusammenkunft statt, in welcher Einzelheiten über den plan bekannt gegeben werden.

Meldung nimmt schon jetzt entgegen:DWS

 

Call-Girls auf dem Lande ll

 Postaltische Kreise führen im zunehmenden Maße darüber Klage, dass sich städtische Unsitte, Mädchen per Telefon zu fragwürdigen Dienstleistungen anzuheuern, auch auf dem Lande auszubreiten beginnt. Dies müsse umso mehr bedauert werden, als sich dieses Treiben auch auf entlegenen Dörfern verlagert habe, wo naturgemäß nur wenige Telefonanschlüsse vorhanden seien. In solchen Ortschaften sei es wiederholt vorgekommen ,dass der Gemeindediener mit der Schelle die Dienstbarkeit fragwürdiger Personen anzeigt habe. Hier handelt es sich zweifellos um den Missbrauch der Dorfeigenen Schelle dem die Post schon aus Gründen des Postmonopols nicht weiter zusehen könne. Die Post habe einen Anspruch darauf benutzt zu werden und es sei schließlich nicht ihre Schuld, wenn sie nach einem Total verlorenen Kriege immer nicht über genügend Leitungen verfüge. Entweder müsse man diese Damen in eine anschlussstarke Stadt überführen oder aber dem Gemeindediener das Handwerk legen.

 

Revolutionäre Vorschläge des Stadtschulamtes

 Neue Wege Schulunterrichts- Raumnot nicht mehr aktuell.

Nachdem die Gemeindeverwaltung den wiederholten Bitten der Lehrerschaft um Zuschüsse zur Vergrößerung der vorhandenen Schulräume, ablehnend gegenüberstand, brachte Herr Stadtschulmeister Bide folgenden Vorschlag ein:

Um einerseits den in der armen Gemeinde herrschenden Schulraumnot nunmehr endgültig auf lange Sicht hinaus beheben zu können, anderseits das zu erwartende Defizit der Gemeinde spürbar zu verringern, wird um Zuweisung von 500 000 Mark aus der Defizitkasse ersucht. Es ist beabsichtigt, für diesen Betrag, Fernsehempfänger zu erwerben, die in jedem Haus mit schulpflichtigen Kindern, zur Aufstellung gelangen sollen. Folgende Einsparungen können ab sofort in Kraft treten.

Der Um- und Ausbau der Schule kann sofort eingestellt werden . Schon eventuell vorhandenes Baumaterial, kann den Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Dies können damit die Schulräume in Eigenarbeit umbauen, damit endlich mal auch in der Hochkursaison  ein Saal für Darbietungen zur Verfügung steht. Nach vorsichtigen Schätzungen des vergallupirten Institutes, werden die Räume ausreichend, für die jeweiligen Vereinsmitglieder. Der Unterricht selbst soll von einer zentralen Sendestelle für die  entsprechenden Altersklassen geleitet werden. Als Sender wird das letzte Modell des haltlosen Schwarzkopf- Kaltwellensenders Verwendung finden. Um die Anhänger der gängigsten Religionsfarben vereinbart. Bei hiesiger Stelle befindet sich bereits ein Gerät für Versuchzwecke, mit dem die Besten Erfahrungen gemacht wurden, sodass die Anschaffung für die Gemeindeverwaltung kein Risiko bedeutet. Bemerkt sei noch, dass die bei Einführung dieser Lehrmethode freiwerdende Lehrkräfte der Regierung für höhere ausgaben zur Verfügung stehen.

 

 1962

 Nächtliche Abkühlung

 Es ist nur den lange Ohren unserer Hasen zu verdanken, dass die Sache bekannt wurde. Beim letztjährigen Ausflug eines kulturell sehr hochstehenden Vereins unserer Gemeinde in die Schweizer Alpenwelt, den Wallis, passierte zwei angesehenen Bürgern unserer Hasenburg ein kleines Missgeschick. Nach schöner Fahrt bei noch schönerem Wetter war man endlich in einem Hotelzimmer untergetaucht, auch ein Balkon von der Größe der bekannten Führerbalkone war vorhanden, was allgemein für die Belüftung des angespannten Schuhwerkes begrüßt wurde. Nun weiter in Versform:

Nach heißem Tage und schwüler Luft, im Zimmer war sehr schlechter Duft, die Türen auf, gleich alle beide, die dort auf des Balkones Seite. Man leht sich nieder dann zur Ruh, da deckte man die Füße zu, da stellten fest vor Zorn die zwei, das Federbett ist viel zu klei, mal frieren sie oben einmal unten , es ward einfach kein Schlaf gefunden. Als kam der Tag man war sehr froh, blos hüstelten die beiden so. Man sprach es war doch gar so Schwüle und in der Nacht dannkam die Kühle. Man murrt man knurrt wegen den Betten, die nicht die rechte Größe hätten. Der eine sagt: Die sind doch weich, probiert mit den Händen gleich und stellt mit Staunen fest und Freude, wir schliefen nicht wie andere Leute. Glaubt nur ihr lieben Kammergäste, es ist für euch das allerbeste nicht oben auf dem Plümo liegen, tut lieber untern Teppich kriechen, da liegt ihr warm und schlaft auch gut und morgens seit ihr ausgeruht. Der eine von der Schwarzabruck der stellt sich gerade mit nem Ruck, uns spricht wir machen tolle Sachen da müssen ja die Hühner lachen, der zweite Bürger von der Klemme her, der zweit mit der Feuerwehr, der spricht das war ein rechter Bluff, warum steht denn hier die Tür noch uff. Mit Bäckers Brötchen und Kaisers Brustkaramellen war die kleine Erkältung jedoch schnell wieder behoben.

 

Spitzen Salat

 Nicht nur auf der Piste, aber beim einfahren in die Garage gab es vor einige Zeit beim ehemaligen Weltmeister Zeno Spitzen Salat . Er hatte nicht mehr daran gedacht, dass die Skier hinten auf dem Wagen geschnallt waren. Als mit Schwung er in Garage braust, sind die Spitzen oben weggesaust.

 

Der letzte Hahnenschrei

 Kikiriki!! Das war sein letzter Schrei, dann kam die böse Schar herbei vom Albtalblick von einem Fest des Musikvereins für seine Gäst. Sie hatten schwer geladen und waren ohne Sorgen, drum wollten sie den Hahn noch braten bei Heimweg wegen morgen. Der Chef des Hauses gab den Wind, im Stall da waren sie geschwind, um ohne Licht und ohne Zagen den prächtgen Hahn gleich totzuschlagen. Als tot das Tier das arme und weg das Blut das warme,da wurde es den Bösen klar, son Tier das hat ja nicht nur Haar, die man mit dem Messer wie ne Pelle herunterziehe mit dem Felle. Man muss ja rupfen so ein Tier, doch gings schon morgens auf die Vier, das mancher sich mit Schreck befang, was fang mir mit dem Hahn jetzt an und manch weinten voller Angast und bleich der Alte Kerl wird immer weich, damit er unsern Hunger stille auch schwanden langsam die Promille. Sie drückten sich dann hinten raus und schlichen sich geschwind nachhaus. Der Chef des Hauses was ein Mann, der saß allein mit seinem Hahn. Ich mache mit euch die größte Wette als seine Frau kam aus dem Bette, und sah ihn tot den stolzen Hahn, da gings ihm schlecht dem braven Mann. Er musste dann zur Arbeit fort, sie sprach mit ihm acht Tag kein Wort. Ihr sollt auch wissen wo das war, er krümmt auch sonst keinem Tier ein Haar, wir wolln es in die Ohrn euch raunen bläßt eine von den Zugposaunen.

 

Ein Missgeschick

 Ein Bürger hier in unserm Ort, der fuhr einst mit dem Auto fort, mit Mädchen und mit jungen Freunden, man fahrend durch die Gegend träumte. Es wird dann eifrig eingekehrt und manches Glas dabei geleert. Man hatte schon den rechten Schwung, als einer spricht jetzt ists genug. Als rechter Hand der Schluchsee schimmert, es unserm Bürle plötzlich dämmert er spricht und läd die andern ein, zu einem Bad bei Mondesschein. Als sie das Ufer dann erreichen, die Mädchen kann man nicht erweichen, sie blieben in dem Wagen sitzen, die Burschen die tun eifrig spritzen. Man schwamm dann noch ein kleines Stück wobei der Bürle wenig Glück. Als er am Ufer wieder is, da fehlt das vordere Gebiss, das ihm beim pusten war entscwunden, man hat es niemals mehr gefunden. Im Auto dann beim Weg nach Haus, da bringt kein einzig Wort er raus, um nicht durch Zähneloses Lallen vor fremden Mädchen aufzufallen. Es war dann eine schwere Zeit bis andre Zähne er bereit, dann konnte er auf allen Gassen sich ruhig wieder sehen lasen.

 

Eifersüchtige Rache

 Gastwirtsfrauen wird empfohlen, nicht mehr ohne Wissen des Ehemannes das Haus zu verlassen, fremde Gaststätten aufzusuchen. Etwas Feuerbenzin und Streichhölzer sollte sie jedoch im Fall in den Falten ihrer Kleider verbergen, um bei der Heimkehr wenigstens die Schlüssellöcher ausbrennen zu können, welche der Ehegatte mit Papier verstopft hat. Unverantwortlich ist dann allerdings vom Ehemann schon in aller Früh mit dem Filius ohne Hut und „Mantel“ durchs Dorf zu defilieren.

 

1963

Gibt`s des au!!!

 

Wildwechsel

 Ein Gaisenhirt am Ortesrand von A- zet als brav bekannt, kassiert auch Stromgeld allerorten, ihm ist es einmal schlecht geworden. Er stellte fest auf Gaisens Weiden, da fehlt ein Stück, oh welche Pleite. Man sucht und sucht und findet nicht, vielleicht der Fuchs der Bösewicht. Ein Kurgast plötzlich stutzt im Wald, ein Reh steht vor ihm glaubt er halt, jedoch was ist das unterm Bauch, dann mekerts noch, das merkt er auch. Man nimmt die Gais nach Höchenschwand, per Telefon ein Ruf durchs Land. Da fehlt ne Gais am Nachbarort und plötzlich war sie wieder dort. Drum Gaisenhirt bleib stets am Ort, sonst läuft sie nämlich nochmal fort.

 

Die Schneebuben

 Es waren drei in einem Chor, die hatten einen Possen vor. Man tat es durch die Zähne zischen, dem Maier wolln wir eine wischen. Sie gehen ums Haus dort um die Stufen um laut zum Fenster hoch zu rufen. He ! Maier he ! da draußen liegt ein Haufen Schnee, komm raus aus deinem warmen Bett du musst gleich vor zum Kessler Sepp. Nun als nicht kam der gute Mann; da fing man gleich zu bauen an, rollt Schnee zur Haustür ganze Berge, sie schuften wie die sieben Zwerge; und singen fröhlich Gassenhauer, der schlimmste war der Berebauer. Und dann als zu das ganze Tor, der Wassmer hält Wach davor, man freut sich über dieses Werk, den zwingt er nicht den großen Berg. Doch Adolf einst für uns der Große, steigt morgens eilig in die Hose marschiert zum Rathaus hin im Flug, erzählt dem Chef in einem Zug, wie man ihm böse mitgespielt und das er noch im Kopf behielt, die drei die dieses werk vollbracht weil jeder so viel Krach gemacht. Man lud sie vor dann alle drei, ein jeder spricht ich war dabei, dann wird ein weiser Spruch gefällt, im Kindergarten fehlt das Geld, ein jeder die Börse frisch, legt dreisi Mark auf den Tisch und lachend spricht der kleine fromm, da sind wir billig weggekomm.

 

Rache

 Ein Gipser hier in unserem Ort, der hält stets wenn er gibt sein Wort, so saß er einst im Adler dort, und kam gar schwerlich von dort fort. Er wollte doch noch zum Friseur, weil Generalversammlung wär, vom Sportverein den er betreut, wenn Pauli zu hat was heut. Er spricht, lässt er sich nicht erweichen, ich wird ihm an die Türe seichen. So kam es auch, man glaubt es kaum, vor Zorn den ganzen Mund voll Schaum. Die Tür war zu grad vor der Nase, da denkt er schon an seine Blase, heraus die Spritze und mit Macht wird seine Drohung war gemacht.

 

Fremdenverkehrswerbung

 Im Sommer erstes Haus am Platz, man trifft sich dort mit seinem Schatz. Im Herbst und Winter, welche Pracht, wird dort mancher Streich vollbracht. Es trifft die Jugend sich dort oft zu Possen meistens unverhoft. So war im letzten Herbst es auch, man spürt die Theke unterm Bauch, war lustig und voll Übermut, wo man die tollsten Dinge tut. Es ging dann auch um eine wette, die Wirtin wollte auch zu Bette,. Der Herr des Hauses war verduft; er schnappt noch etwas frische Luft. Nun zu der Wette schnell zurück, es war ja nur ein kleines Stück bis hin zum Stall vom Reinhard Herr, ein Stierlein holte man dort her und dann, wie konnt es anders sein, marschiert damit zur Haustür rein. Bis hin zur Theke und zum Bier, es schmeckte ihm das glaubet mir. Und als der Hausherr kam zurück, er war entzückt von diesem Stück. Er füllte ein Becken halb voll Bier und setzte es vor den jungen Stier, der neigte den Kopf und schlürfte laut, und was sonst keiner sich getraut, es schwingt der Herr sich auf den Stier und leert in einem Zug sein Bier.

 

 

1964

Machet au mit

 

Die Mistschleuder

 Teil das heute nicht so einfach ist, es gibt im Dorf fast keinen Mist; die Landwirtschaft hört langsam auf, was tut man auf die Felder drauf. So hat auch Pauli der Friseur Probleme mit dem Gärtchen sehr. Es ist nicht lange und nicht breit, aber in der Höhe weit. Drum er zum Dörflinger ging hin, und sprach ein wagen mist mir bring. Der hat nen Wagen voll geladen, es schien ihm dabei gleich geraten, denn seine zeit er nie vergeudet, so nimmt er gleich die Mistschleuder. Mit weißem Hemd und Brecheshosen tut rückwärts an den Zaun er stoßen. Dann legt den Schleudergang er ein und jagt den Mist in Garten rein. Wies ausgesehen könnt ihr euch denken, tat auf den Holunderbäumen hängen. Der Schindelmantel ward gespritzt, doch Kurtchen auf dem Traktor sitzt. Mit weißem Hemd und Brecheshosen, so spritzt er Paulis rote Rosen.

 

Der schwarze Kurgast

 Dies ist nun wieder mal der Herr, sein Konto wird auch niemals leer. Bei Schöpperles im letzten Jahr benutzte er ein Zimmer gar. Er hat zu tief ins Glas geschaut und sich dann nicht mehr heim getraut. So schlich er sich zwei Treppen hoch und fand ein leeres Zimmer noch. Dort hat er’s sich bequem gemacht und schlief nun fast die ganze Nacht. Doch als er plötzlich auf tut wachen, will er sich aus dem Staube machen. Er machte Licht und zu viel Krach, da wird die Luzia noch wach. Die weckt dann auf noch einen Mann, man geht an die Verfolgung dann. Doch hat man ihn nicht mehr erwischt, der Reinhard der war rausgezischt, durch Fenster unten im Lokal. Er hatte Glück auch dieses Mal.

 

Hundesorgen

 Im Grunde gibt’s da nichts zu lachen, auch Hunde können Sorgen machen., zumal wenn man ein Pärchen hat bekommt man es doch manchmal satt.

Man liegt da laufend auf der lauer und den ich mein nimmts genauer. Der hatte nämlich einen Plan, wie man das einfach machen kann. Er spricht in einer frohen Stunde zu Hause in der Familienrunde. Wir hätten los die ganzen Sorgen, wenn wir dem Hund ein Kleid besorgen. Das ziehen wir dem Weibchen an, dann käm der andere nicht mehr dran. Da strahlte seine Ehefrau, Oh Domini wie bist du schlau und hat man wirklich ganz geschickt, dem Hund ein Kleid nach Maß gestrickt. Nun hört man nur noch das Gewimmer, denn Hunden fehlen da die Finger.

 

 Das tapfere Schneiderlein

 Es fuhr nach Österreich einst hinein des Werkschors- Sänger Schneiderlein. Dort wird am Abend schwer gesoffen, auch Sachsen hat man dort getroffen, warn nicht sehr hübsch und auch nicht jung, doch hatten alle beide Schwung. Der Walter und die blonde Fee die führten eine Onkelehe. Man hat den Braten gleich gerochen und ins Wespennest gestochen. Doch blieb die Stimmung trotzdem gut, bis Feierabend man bieten tut. Der Onkel hat noch eine Bitt, er spricht der Schneider der muss mit. So nahm man eine Flasche mit und ging nach oben dann zu dritt, der Onkel schleicht sich aus der Bude und schließt von außen zu die Stube so war das tapfre Schneiderlein mit Onkels Tante ganz allein. Er wollte dann zum Fenster raus, doch war zu hoch dazu das Haus. So rief er laut um Hilfe dann, die wirklich kam von nebenan. Ein kurzer Kampf dort vor der Tür, der Onkel kriegt die Streich dafür. Man verhaut ihm ordentlich den Frack und holt den Schlüssel aus dem Sack. Die Retter von dem Verseschreiber, das warn der Weiler und der Leiber.

 

Sei helle heiß Geselle

 Man geht in schwarz zu einer Leiche, das gilt für Arme und für Reiche, so hats der Albert auch getan, er zog den schwarzen Anzug an. Dazu die Socken und die Schuh, bis einer spricht was is denn nu? Kommst du denn heut schon aus dem Sumpf, du hast das schönste Loch im Stumpf. Er schaut sich um und schaltet schnelle, ist nicht umsonst der Gutgeselle. Er nimmt den Kugelschreiber raus und malt die Verse innen aus. So ging er noch zum Leichenschmaus, bloß wegem Loch geht’s nicht nachhaus.

 

Brehm`s Tierleben

 Am Ortsrand ein Doktor wohnt, der keinen Patienten schont. Er zog nach Häusern aus der Stadt, weil man dort keinen Bauplatz hat. Er hat`s seit längerem probiert und wurde laufend angeschmiert. Drum hört man einst nach Häusern will er, zu seinem Freund dem Hockemüller. Als er dann zog ins neue Heim, da fällt ihm etwas kluges ein, so einsam ist`s im weiten Rund, wir brauchen dringend einen Hund. So kam das Tier auch wirklich an, am Anfang war noch nicht viel dran und mit ihm kam das große Übel, er bellt nachts, der böse Rüpel. Es half kein schimpfen und kein Bitten, ja Hunde haben andre Sitten. Da springt der Doktor aus dem Bette, holt aus dem Schrank ne Schlaftablette, löst sie in Wasser hurtig auf und spricht mein lieber Hund nun sauf, denn was den Menschen hilft zur Ruh, das schließt auch Hundeaugen zu. So hat er`s öfters noch gemacht und hatte Ruhe jede Nacht.

 

 

1965

Bi üs isch alles Möglich

 

Der Christbaum ohne Dolder…

 Zu Weihnachten wird ein Christbaum aufgestellt, wie so üblich, auch Mosers Franz mit seiner Frau tat`s, es war betrüblich. Der Baum zu hoch als er auf der Veranda stand, in dem Übel abzuhelfen, nimmt man die Säge rasch zur Hand, macht den Baum einen Meter kürzer, es geschah im Nu, doch als er wieder aufrichtet, da kam der Clou,. Statt dem unteren Teil sägte man den Dolden, so ist`s geschehen, dem Moser Franz mit senen Holden. Immer wieder ist das Motto tröstlich: denn “Bi üs isch alles möglich"

 

Das wasserreich Telefongespräch

 Ein Vielbeschäftigter, mit großen Aufgaben belasteter Mann, muss seinen Körper pflegen, dazu auch baden dann und wann. Nur so kann er die vielen, schweren Pflichten mit Elan erfüllen, so auch ohne Schaden den gegebenen Arbeitshunger stillen. Eines Tages ließ er das Badewasser laufen, die Zeit war gelegen, plötzlich fing das Telefon zu rattern an, nichts gabs zu überlegen, der Hörer wurde abgenommen, wie das so ist, es war wichtig, so gabs ein Gespräch von langer Dauer, alles andere war dann nichtig. Endlich kam das Bad wieder in den Sinn, oh, das wird ja heiter, oh Schreck ohne Rücksicht auf die Folgen lief das Wasser weiter. Nicht nur die Wanne, das ganze Bad fing an sich mit Wasser zu füllen, unten dran die Küche, fing die Decke an zu rinnen. Trotz dem Schreck, selbst ist der Mann, da gabs nichts zu überlegen, auf diese Weise musst er den Boden selbst mal pflegen. Doch wir sind nicht schadenfroh, wir findens nur recht köstlich, denn es stimmt: “Bi üs isch alles möglich“

 

Der verkannte Einbrecher…

 Man ließt so viel von Raub und Einbruch, es ist bedauerlich bei denen was zu holen, die sind gefährdet, oh, wie schauerlich. Mit den Gedanken kam wohl Neisser Walter auch nach Hause, kurz zuvor bleibt er noch mal stehen, denkt macht mal Pause. Er überlegt, schaut umher, da kann doch was nicht stimmen, Denn er sieht in seinem Keller etwas winziges, Rotes glimmen. Da sitz einer drunten, dazu noch eine Zigarette raucht, wehe wenn ich den erwische hat er sein Leben ausgeraucht. Ran an den Feind, wirft er sich in die Brust, ein Bengel her mit diesem dann bewaffnet, war er kampfeslustig sehr. Leise stieg er die Treppe runter, schlich den Feind von hinten an, es gab kein zurück, er pfetzte sich in Hintern und ging mutig voran. Schon wollt er mit dem Bengel einen Scheitel zieh`n., er hielt an er hats erkannt, es war klar für ihn. Nicht ein rauchender Einbrecher wars wie er dachte, nur das Kontrolllicht der Gefriertruhe, was ihn in Erregung brachte. So konnt` sich Neisser Walter hingeben seinem Schlafe, denn bei uns gibt`s keine Bösen, nur noch brave. Der Schulsatz sei der wie gewöhnlich: “Bi üs isch alles möglich!“

 

 Das Lied von der Mauer

 Ein Handwerksmann der Mauerzunft, Hängle Karl ist sein Nam`, den Auftrag zum Setzen einer Mauer vom Adlerwirt bekam. Flugs ging er ans Werk, nur an die Vollendung hat er gedacht, doch, dass die Steine ganz durchnässt, ließ er außer Acht. Auf der anderen Seite ist Salzer beim Schweißen noch beschäftigt, was dem Wert der Teamarbeit nur positiv bekräftigt. So wirken und werken sie zusammen mit Eifertreu und brav, bis ganz unvermutet ein schwerer Schicksalsschlag sie traf. Als nämlich Piep an das fast vollendete Werk sich lehnte, machts bumbs, die Mauer fiel, dass die Küche dröhnte. Den Schweßer auf der anderen Seite traf`s sehr hart, oh weh, er lag zugedeckt am Boden, die Beine streckt er in die Höh, Doch trotz allem unbedachtem, ungeahnten Missgeschick, blieb nur der Schreck mit Beulen am Kopf und an dem Genick. Die Gegebenheit ist wahr aber ungewöhnlich, doch: “Bi üs isch alles Möglich!“